Von „Holiday“ bis „Danceteria“: Für die Icons Week 2026 verwandelte die BBC ihren Strictly-Ballsaal in eine Bühne voller Madonna-Geschichte. Mit legendären Kostümen, ikonischen Choreografien und einem mitreißenden Medley feierten die Profitänzerinnen und Profitänzer mehr als vier Jahrzehnte Queen of Pop.
Madonna ist nicht nur eine der erfolgreichsten Popkünstlerinnen aller Zeiten, sondern auch eine Meisterin der visuellen Inszenierung. Kaum eine andere Künstlerin hat im Laufe ihrer Karriere so viele unverwechselbare Looks, Bühnenmomente und Tanzchoreografien geschaffen.
Wie lebendig dieses Erbe bis heute ist, bewies die britische BBC am 18. Oktober 2026. Im Rahmen der diesjährigen Icons Week von „Strictly Come Dancing“ präsentierten die professionellen Tänzerinnen und Tänzer eine aufwendige Hommage an Madonna.
Die von Arduino Bertoncello und Jake Leigh choreografierte Performance führte in rund sechs Minuten durch verschiedene musikalische und modische Epochen ihrer Karriere. Dabei beschränkte sich die Show keineswegs auf bekannte Songs: Auch die Kostüme waren sorgfältig ausgewählten Musikvideos und legendären Live-Auftritten nachempfunden.
Von der Virgin Tour bis zur religiösen Provokation
Den musikalischen Auftakt bildete „Holiday“ aus dem Jahr 1983, einer von Madonnas ersten großen internationalen Hits. Optisch führte die Reise allerdings bereits in das Jahr 1985: Das lilafarbene, bauchfreie Outfit mit Minirock, schwarzen Spitzenleggings und wilden Locken erinnerte an Madonnas „Dress You Up“-Look von ihrer ersten Konzerttournee, der Virgin Tour.
Mit „Into the Groove“ blieb die Performance zunächst in den ausgelassenen Achtzigerjahren, bevor die BBC mit „La Isla Bonita“ (1987) einen ihrer bekanntesten Musikvideo-Looks aufgriff.
Das leuchtend rote, spanisch inspirierte Kleid mit schwarzen Punkten, üppigen Volants und roten Blüten im hochgesteckten Haar war eine liebevolle Nachbildung des Outfits aus dem Originalvideo. Auch die temperamentvollen Bewegungen und die ausdrucksstarke Mimik erinnerten an Madonnas damalige Inszenierung.
Deutlich düsterer wurde es anschließend bei „Like a Prayer“ (1989). Mit wilder dunkler Lockenmähne, schwarzem Trägerkleid und auffälligem Schmuck wurde die Madonna des kontrovers diskutierten Musikvideos wieder lebendig. Die intensive Choreografie griff die dramatische Atmosphäre des Originals auf, das seinerzeit mit religiöser Symbolik und gesellschaftlichen Tabubrüchen für erhebliche Diskussionen sorgte.
Express Yourself – ein legendärer Bühnenmoment
Ein besonders schönes musikalisches Detail versteckte sich im Übergang zu „Express Yourself“ (1989): Bevor der eigentliche Song einsetzte, waren kurz die markanten Streicher aus „Papa Don’t Preach“ (1986) zu hören.
Auch beim Kostüm setzte die BBC auf einen konkreten historischen Bezug. Weißes Korsett, schwarze Hose und zurückgenommene Haare erinnerten an Madonnas legendären Auftritt mit „Express Yourself“ bei den MTV Video Music Awards 1989.
Damit würdigte die Performance nicht nur ihre Musikvideos, sondern auch jene Live-Auftritte, mit denen Madonna immer wieder neue Maßstäbe für die Pop-Inszenierung setzte.
Vogue – eine Hommage an die MDNA Tour
Natürlich durfte auch „Vogue“ (1990) nicht fehlen. Für diesen Abschnitt entschied sich die BBC allerdings nicht für den berühmten Schwarz-Weiß-Look des Musikvideos oder Madonnas Marie-Antoinette-Auftritt bei den MTV Video Music Awards.
Stattdessen orientierte sich das Kostüm an der MDNA Tour von 2012.
Das weiße Hemd mit schwarzer Krawatte, kombiniert mit einem schwarzen Korsett, erinnerte unverkennbar an die extravagante Kreation von Jean Paul Gaultier, die Madonna während ihrer damaligen „Vogue“-Performance trug.
Auch die männlichen Tänzer in schwarzen, teilweise transparenten Spitzenoberteilen unterstrichen die elegante und zugleich provokante Ästhetik.
Mit den charakteristischen Armbewegungen und präzisen Posen wurde selbstverständlich auch dem Voguing Tribut gezollt – jenem Tanzstil aus der queeren Ballroom-Kultur, den Madonna 1990 einem weltweiten Publikum näherbrachte.
Cowboyhüte und Disco-Fieber
Nach „Vogue“ machte das Medley einen musikalischen Sprung ins Jahr 2000. Mit „Music“ verwandelte sich die Tanzfläche in eine glamouröse Western-Szenerie.
Ein weißer Cowboyhut, ein bauchfreies Oberteil und eine weiße Hose erinnerten an Madonnas berühmten Cowboy-Look, der während der „Music“-Ära zu einem ihrer Markenzeichen wurde.
Anschließend ging es direkt auf die Disco-Tanzfläche: „Hung Up“ (2005) brachte den Sound der Confessions on a Dance Floor-Ära zurück.
Hier stimmten die Details besonders auffällig mit dem Original überein. Der knallpinkfarbene, langärmelige Tanzbody mit breitem Gürtel, die Netzstrumpfhose und vor allem die voluminöse rote Lockenmähne erinnerten unmittelbar an Madonnas Erscheinungsbild im Musikvideo.
Auch die Mischung aus Aerobic-Bewegungen, Disco-Posen und energiegeladenem Tanz griff die Ästhetik des Originals auf.
Danceteria – der Blick in die Gegenwart
Den musikalischen Abschluss bildete „Danceteria“ aus dem Jahr 2026. Damit endete die BBC-Hommage nicht bei Madonnas großen Klassikern, sondern schlug den Bogen bis in die Gegenwart.
Auch das fliederfarbene Kostüm mit korsettartigem Oberteil, kurzem Volantrock und langen blonden Haaren war keineswegs zufällig gewählt. Es erinnerte an Madonnas jüngere Promo-Auftritte, insbesondere an ihren violetten Spitzenlook beim Coachella-Festival. Ähnliche Stilelemente hatte sie auch bei ihrem Auftritt am Times Square in New York getragen.
So verband die BBC zum Abschluss die legendären Madonna-Looks vergangener Jahrzehnte mit einer aktuellen Interpretation ihrer Bühnenästhetik.
Ein großes Finale aus vier Jahrzehnten Popgeschichte
Zum Abschluss versammelten sich sämtliche Madonna-Inkarnationen gemeinsam auf der Tanzfläche.
Die junge Madonna der Virgin Tour traf auf die temperamentvolle „La Isla Bonita“-Ära, die glamouröse Cowboy-Madonna auf die Disco-Queen aus „Hung Up“. Dazu kamen weitere Kostüme und Tänzerinnen und Tänzer, die gemeinsam ein beeindruckendes Gesamtbild ergaben.
Unter funkelnden Scheinwerfern und einem Regen aus Konfetti endete eine Hommage, die vor allem eines eindrucksvoll demonstrierte: Madonna hat in mehr als vier Jahrzehnten nicht nur unzählige Hits geschaffen, sondern auch eine visuelle Popgeschichte geschrieben, deren Bilder bis heute unverwechselbar geblieben sind.
Die BBC hat diese Geschichte mit viel Liebe zum Detail, musikalischem Gespür und einer gehörigen Portion Showglamour auf die Tanzfläche gebracht.
Ein echtes Vergnügen – nicht nur für Madonna-Fans!
Das Madonna-Medley in der Reihenfolge der Performance
- Holiday (1983)
- Into the Groove (1985)
- La Isla Bonita (1987)
- Like a Prayer (1989)
- Express Yourself (1989) – mit kurzem Streicherzitat aus „Papa Don’t Preach“ (1986)
- Vogue (1990)
- Music (2000)
- Hung Up (2005)
- Danceteria (2026)
Quelle: BBC Strictly Come Dancing / YouTube
