Völlig aus dem nichts heraus erlebt jüngst Madonnas Song „Thief of Hearts“ von ihrem 1992er-Album „Erotica“ einen viralen Trend. Wie es dazu gekommen ist, lässt sich nicht wirklich nachvollziehen, zudem es sich bei dem Track nicht einmal um eine Single des Albums handelt.

Bei dem Song handelt es sich um einen durchaus aggressiven, düsteren Dance-/Hip-Hop-Track, welcher offenbar von Eifersucht und Besitzanspruch handelt. Madonna schießt hierbei verbal gegen eine mögliche Rivalin („heart thief“) – inklusive der berühmten Eröffnung „Bitch!“. In den Songcredits werden Madonna und Shep Pettibone genannt. Damaligen Gerüchten zufolge sollte es sich bei der Rivalin um keine Geringere als Schauspielerin Annette Bening („American Beauty„) handeln, welche kurz nach Madonnas Liason mit Warren Beatty mit ihm zusammengekommen ist. Sie sind bis heute ein Ehepaar.

Nun also plötzlich der virale Trend. Der Track (bzw. der markante Ausschnitt mit „Bitch„) wurde plötzlich als Sound für Clips genutzt – genau diese „bissige“ Energie und der harte Einstieg funktionieren extrem gut für kurze Video-Formate.  Am 03. Februar griff Madonna diesen Trend selbst auf und postete ein eigenes Reel mit dem Track als Musik im Hintergrund.

Auch bei Spotify machte sich dieses durchaus bemerkbar, denn seit Januar stiegen die Streamingzahlen stetig. Auch wenn Spotify selbst keine detaillierten Zahlen liefert, so haben diverse Fan- und Chart-Trackingseiten diesen Trend dokumentiert. Insgesamt hat der Track mittlerweile eine Gesamtstreamingzahl von knapp 3.800.000 erreicht. An einigen Tagen soll er bis zu 34.000 gestreamt worden sein. Für einen 33 Jahre alten Albumtrack ohne Single-Status ist das ein klarer Viral-Indikator. „Thief of Hearts“ ist damit kein Retro-Gag, sondern ein Beispiel dafür, wie Pop-Backkataloge durch Social Media und künstlerische Präsenz neu kulturell aufgeladen werden. Ein über 30 Jahre alter Song wird plötzlich wieder relevant – nicht trotz, sondern wegen seiner Unangepasstheit.

Von Ingo

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